PSYCHOTHERAPIE

ALLGEMEINES

Psychotherapie hat das Ziel, seelisches Leiden/bestehende Symptome zu heilen oder zu lindern, in Lebenskrisen zu unterstützen, als problematisch erlebte Verhaltensweisen und Einstellungen zu verändern und persönliche Entwicklungs- und Genesungsprozesse zu fördern.

 

Als eigenständiges Heilverfahren steht Psychotherapie für die umfassende, bewusste und geplante Behandlung von psychischen, psychosozialen oder auch psychosomatisch bedingten Verhaltensstörungen und Leidenszuständen mit wissenschaftlich-psychotherapeutischen Methoden. Die Ausübung von Psychotherapie ist seit 1991 gesetzlich geregelt (Psychotherapiegesetz, BGBI. NR. 361/1990).

INTEGRATIVE THERAPIE

"Integrative Therapie" ist ein in Österreich anerkanntes Psychotherapieverfahren. Es wurde seit den 1960er Jahren von Hilarion G. Petzold, Johanna Sieper und deren Mitarbeiter*innen entwickelt. Unterschiedliche methodische Ansätze, wie etwa das Psychodrama, die Gestalttherapie, die aktive Psychoanalyse nach Sándor Ferenczi, aber auch Ansätze der Verhaltenstherapie, der Körpertherapie und der Neuropsychologie sind in ihr enthalten. Stark beeinflusst ist die Integrative Therapie von den französischen Philosophen Maurice Merleau-Ponty, Gabriel Marcel, Michel Foucault, Paul Ricœr bzw. Hermann Schmitz. ​In der Integrativen Therapie werden neben dem verbalen Austausch auch Ansätze nicht-sprachlicher Kommunikation sowie auch kreative Methoden, Techniken und Medien eingesetzt. Eine Neuorganisation des Denkens, des Erlebens und des Verhaltens"der Patient*innen wird mittels therapeutischen Kontaktes - der therapeutischen Beziehung - unter Bearbeitung aktueller Lebensprobleme, sozialer Netzwerksituationen sowie unbewusster Konflikte, unter Einbeziehung neurowissenschaftlicher Erkenntnisse, angestrebt.

PROZESS

Ein psychotherapeutischer Prozess durchläuft in der Regel unterschiedliche Phasen und spannt damit einen Bogen vom gegenseitigen ersten Eindruck bis hin zum planvoll gestalteten Abschied der Zusammenarbeit. Die Dauer des Prozesses ist unterschiedlich und steht im engen Zusammenhang mit dem Therapieziel. Manche Krisensituationen lassen sich durch Interventionen in nur einigen wenigen Sitzungen klären - die Bearbeitung und letztlich Bewältigung verschiedener anderer (Lebens-)Themen erfordern wiederum einen längeren Zeitraum intensiver gemeinsamer Auseinandersetzung. Jede Psychotherapie ist ein individueller Prozess. Dennoch sollen hier einige Möglichkeiten wichtiger Schwerpunktsetzungen beschrieben werden: Nach einem ersten Kennenlernen und Vertrauen Fassen, kann es zur Klärung des (Therapie-)Ziels kommen. Die vertrauensvolle, tragende Beziehung unterstützt dabei die Annäherung an schwierige Themen. Sei es hinsichtlich der Bewältigung von aktuellen Lebenskrisen/kritischen Lebensabschnitten oder auch im Hinblick auf die Verarbeitung früherer, schwieriger Lebensereignisse (z.B. Krankheit, Trennung, Kündigung, traumatische Erlebnisse, Tod, etc.). Auch die Arbeit an der eigenen Biographie, die dabei hilft, sich selbst in seinem Geworden-Sein besser zu verstehen, kann zentraler Bestandteil einer Therapie sein. Das Erkennen und Verstehen alter (Erlebens-/Denk-/Verhaltens-)Muster kann so begleitet zum besseren Verständnis der eigenen Person, und zur Ermittlung von Lebenssinn, wie auch zur Verbesserung des eigenen Lebensgefühls beitragen. Der Erweiterung bzw. Neuentwicklung von Lebensperspektiven kann so Raum gegeben werden. Auch der bessere Umgang mit alltäglichen Konflikten oder die Vergrößerung von Erlebnis- und Handlungsspielräumen, kann ein wesentlicher Aspekt der Zusammenarbeit sein. Ein essentieller Anteil des therapeutischen Prozesses ist auch die Arbeit mit und an den eigenen Ressourcen.

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